Siedlungen in der Gemarkung Dodenau

Siedlungen in der Gemarkung Dodenau:

Innerhalb der heutigen Gemarkung Dodenau gab es in früherer Zeit folgende Orte oder Hausungen: Leinfe, Warmshausen, Ober-Ruhn, Mittel-Ruhn, Unter-Ruhn, Dunkelshausen, Liebrighausen, Silberhaus.

Leinfe

Leinfe, auch Leinefa genannt, wird schon 1059 in der ältesten Wittgensteinischen Urkunde als Ort erwähnt, der zur Elsoffer Kirche gehörte. Der Ort befand sich im Leifetal am kleinen Sandrücken. 1

Warmshausen

Warmshausen wird in einer Schenkungsurkunde erwähnt. Im Jahr 1107 schenkte ein gewisser Kunimund der Reichsabtei Hersfeld neben anderen Gütern das Gut Warmshausen. Noch 1618 gab es eine Mühle zwischen Todenauwe und Reddighausen, genannt die Warmshäuser Mühle.2 Der Ort muss sich in der Nähe der Hobe und des Camping-Platzes befunden haben.

Ober-/Mittel-/Unter-Ruhn

Ober-, Mittel- und Unter-Ruhn waren eine Großsiedlung, die zur Elsoffer Kirche gehörte und 1059 zusammen mit Leinefa urkundlich erwähnt wurde. Dem Battenberger Salbuch ist zu entnehmen, dass es im Jahr 1456 ein Gut in Nieder-Ruhn und eine Kirche in Ober-Ruhn gab.

Die Großsiedlung Ruhn und der Ort Leinefa waren zunächst im Besitz der Grafen von Naumburg, den Vogten in Elsoff. Dann fielen diese 1428 in die Hände der Grafen von Wittgenstein. Im Jahr 1484 trat Wittgenstein das westliche Stück Grenzgebiet an das Amt Battenberg ab. In einer Grenzbeschreibung wird ein Ort „rughen“ erwähnt (Conrad Jäger, 1484). In einer weiteren Grenzbeschreibung an das hessische Amt Battenberg im Jahr 1561 steht:

„Von der Ruerscheid an die alde kirche zu Reuen, nach dem Silberhaus, den grunt genant die Renne hinauff bis oben uff den Buchenfirst.“3 Das Renntal, Silberlöcher, eine Flurbezeichnung Kirchstumpf und eine Müllerwiese am Fuße des Renntals lassen vermuten, dass sich dort, wo der Rennbach die Straße zur Fallgrube schneidet, Mittel-Ruhn befunden haben muss. Ober-Ruhn lag vermutlich unterhalb des Hofes Fallgrube und Unter-Ruhn im Ruhn/Riedgrund unterhalb der Kleudelburg.4

Silberhaus

Im Battenberger Salbuch wird ein Silberhaus erwähnt, das im oberen Renntal gestanden hat.

Im „Silberlöcher“, Flurname der Erhöhung, wurde schon im frühen Mittelalter nach Silber gegraben.5

Liebrighausen

Der Ort Liebrighausen, der bereits im Jahr 982 urkundlich erwähnt wurde, gehörte zum Stift von Aschaffenburg. Bis zum Jahr 1259 wurde der Ort dort im Einkünfteverzeichnis erwähnt. Danach wurde allerdings nur noch das Dorf Tatinowi als Lieferant genannt. Es ist zu vermuten, dass die Bewohner Liebrighausen verlassen hatten und/oder der Ort als Filiale von Dodenau gesehen wurde.

Aus dem Battenberger Salbuch von 1712 geht hervor, dass die Siedlung dort gelegen haben muss, wo der Fußweg zwischen Dodenau und Battenberg die Eder schneidet, in der Nähe der neuen Radbrücke.

Dunkelshausen

Urkundlich wird Dunkelshausen nicht erwähnt, im Salbuch wird die Bezeichnung zu Dunkelshausen öfters gebraucht, nicht zu verwechseln mit Duntzelshausen zwischen Battenberg und Berghofen. Die Lage der Ansiedlung wird im Bereich der Gemarkungsgrenzen Dodenau / Bromskirchen / Battenfeld beschrieben, d.h. zwischen Kriegsbrücke und Elbrighäuser Forsthaus.

 

Quellennachweis: 1 Wilhelm Dohle, Archiv hessische Geschichte, 2 Georg Landau: Beschreibung der wüsten Ortschaften, 3 Günther Wrede: Territorialgeschichte der Grafschaft Wittgenstein, 4 Ulrich Lennarz: Hessisches Hinterland, Georg Landau: Beschreibung der wüsten Ortschaften, 5 Walter Tiemeyer: Battenberger Salbuch

 

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