Die Köhlerei in Dodenau

Köhlerei in der Dodenauer Gemarkung

Mit 31.67 Quadratkilometern Fläche zählt Dodenau zu den größeren Gemeinden im Kreis. Auf etwas mehr als 70 % der Fläche stehen Laub- und Nadelhölzer. Dieser große und gute Waldbestand mit einem hohen Anteil an Laubhölzern (Buche, Eiche), war Voraussetzung für eine gute Köhlerei in unserer Gemarkung.

Für die Holzkohleherstellung nutzten die Köhler überwiegend Buchenholz. Sie verwendeten Buchenstämme, die im Durchschnitt 30 Jahre oder älter waren und einen Durchmesser von 15 bis 25 Zentimetern hatten. Waren ganze Waldabschnitte abgeholzt, legten die Köhler neue Meilerplätze an.

Noch heute sind mehr als 200 Meilerplatten zu finden (siehe Karte). Die Platten haben einen Durchmesser von 10 bis 15 Metern, die Meiler von 5 bis 7 Metern. Dies entspricht einer Holzmenge von etwa 30 Raummetern.

Meilerplatten in der Gemarkung

Mit Handsäge oder Axt fällten die Köhler die Bäume und schnitten sie auf Längen zwischen 80 und 100 Zentimetern. Sie setzten die Stücke als Rundholz und in gespalteter Form ein und versuchten, die Meiler so aufzubauen, dass sie eine gute Packungsdichte erreichten.

In einigen Unterlagen aus dem 16. und 17. Jahrhundert (alte Grenzbeschreibungen, Streitigkeiten mit der Vogtei Elsoff usw.) werden schöne und gute Buchenholzbestände im nordöstlichen Teil der Gemarkung erwähnt.

Die Nachfrage nach Holzkohle damals war enorm, zunächst besonders im Großraum Biedenkopf und im Siegerland, wo die Eisenindustrie und Glashütten sich niedergelassen hatten. In der Folgezeit waren es auch die vielen Dorfschmieden in unserer Umgebung, die Brennmaterial brauchten. Während der Hochblüte zwischen dem 16. und 19. Jahrhundert rauchten allerorts die Meiler!

Kohlenmeiler

Dieser Raubbau im Wald führte bald zu Holzknappheit. Forstverordnungen wurden erlassen, und neue Wege einer Forstwirtschaft mussten umgesetzt werden. Nun wird verständlich, dass im Jahr 1841 in den Nachbargemeinden Elsoff, Alertshausen und Diedenshausen mehrere Einwohner durch Schneelawinen ums Leben kamen und verletzt wurden (Kirchenchronik der Gemeinden). Die steilen Berghänge der Hohen Warte oberhalb Alertshausen waren kahl und hatten keinen Baumbestand mehr. Viel Schnee, Tauwetter undeine Bebauung direkt am Berghang schafften die Voraussetzung für solch traurige Unglücksfälle.

Geht man heute in unserer Gemarkung durch den Wald, so kann man noch an vielen Orten die Meilerstandorte von früher erkennen. So sind z.B. im Bereich Silberlöcher noch einige Standorte erkennbar.

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